Was ist Kinesiologie?

„Kinesiologie“ leitet sich von den griechischen Wörtern „Kinesis“ (Bewegung) und „Logos“ (Lehre) ab. Übersetzt heisst das also „Lehre von der Bewegung“.

Der Chiropraktiker John Goodheart war massgeblich an der Entwicklung der „Applied Kinesiology“ beteiligt. Er hatte einen Zusammenhang festgestellt zwischen mentalen und emotionalen Vorgängen seiner Patienten und der Art und Weise wie sich deren Muskeln verhielten.
Er arbeitete und forschte über 30 Jahre gemeinsam mit seinem Vater, der Arzt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) war.
Die Verbindung dieser beiden Disziplinen eröffnete eine ganzheitliche Betrachtung und Behandlung der Menschen und ihrer Symptome.

Der Muskeltest in der Kinesiologie liefert dabei eine Momentaufnahme. Alle „Trigger“, also alles was im System des Klienten Stress erzeugt, führt zu einer kurzzeitigen Schwächung des Muskels. Das können äussere Reize wie Kälte, Lärm oder unverträgliche Nahrungsmittel sein, aber auch Aussagen über Gefühle, Gedanken und unbewusste Muster.

Zu grosser Popularität verhalf Dr. John Thie der Kinesiologie. Er entwickelte  „Touch for Health“ und machte so die Kinesiologie als Praktik für Laien zugänglich. In jeder Familie sollte es wenigstens eine Person geben die das praktizieren könne, fand er. Heute profitieren weltweit Millionen Menschen von „Touch“.

Dieser Ansatz wurde in der Folge von Menschen ganz unterschiedlicher Profession aufgegriffen und für ihr jeweiliges Interessengebiet weiter modifiziert.

Einen regelrechten Boom erfuhr in den 80er Jahren die „Edu-Kinestetik“ von Dr. Paul Dennison. Verfahren wie z.B. „Brain Gym®“, „Vision Gym®“ und verschiedensten Bewegungsprogrammen zur Gehirnintegration unterstützt sie alle Altersgruppen bei Lernprozessen, Konzentrationsschwierigkeiten, Dyslexie und ist wegen der einfachen Anwendung sehr gut im (pädagogischen) Alltag anwendbar.

Da die Psyche mit allen Ebenen der Persönlichkeit  verbunden ist, gibt es auch verschiedene Zugänge zu ihr. Mit dem Verstand, dem Gefühl und dem Körper arbeitet die „Psychologische Kinesiologie“  nach Dr. John Diamond. Während die Person sich mit ihrem Thema auseinandersetzt, werden Meridian-Punkte geklopft um Blockaden zu lösen.

Ebenfalls in dieser Richtiung arbeitet das von Gordon Stokes, Daniel Whiteside und Candace Callaway entwickelte „Three in One Concepts“ mit einem sehr weit ausdefinierten System emotionaler Zustände als Ausdruck von Abläufen im Gehirn.

Mehr auf den Körper fokussierte Richtungen sind „Wellness-Kinesiology“ von Wayne Topping und „Health Kinesiology“ nach Dr. Jimmy Scott. Korrekturen zur Gesundheitsföderung und für mehr Vitalität stärken an der Basas – „mens sana in corpore sano“, in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist wusste schon der römische Dichter Juvenal.

Um eine Dimension erweitert, arbeitet die „Transformationskinesiologie“ von Grethe Fremming und Rolf Havsboel auf der spirituellen Ebene des Menschen mit der Intention, das höchst eigene Potential jedes Menschen in die Welt zu bringen.

Ulrike Sawert entwickelte das  Konzept der «Holistischen Kinesiologie» weiter und begründete 1998 die «Transpersonale Kinesiologie».

Kinesiologie wird weltweit angewendet und gelehrt.
Ihr ganzheitlicher Ansatz, die Zusammen-Arbeit zwischen Kinesiolog*in und Klient*in auf Augenhöhe und die Direkte Erfahrbarkeit der Reaktionen erklären den enormen Zulauf den diese Methode aktuell erfährt.
Den Menschen wird immer klarer, dass nachhaltige Veränderung nur stattfinden kann wenn man alle Aspekte des Daseins einbezieht.

BITTE BEACHTEN:

Kinesiologische Beratung ersetzt keine fachärztliche Untersuchung oder Therapie.
Sie dient als ergänzende Maßnahme zur Förderung von geistigem, seelischem und körperlichem Wohlbefinden.